Die Filderklinik in Filderstadt hat grünes Licht für die Einrichtung eines Hebammenkreißsaals erhalten. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration genehmigte den Förderantrag für das neue Betreuungskonzept, das ab 2026 das geburtshilfliche Angebot der Klinik erweitern soll.

Der Hebammenkreißsaal versteht sich nicht als eigener baulicher Bereich, sondern als zusätzliches Versorgungsmodell innerhalb der bestehenden klinischen Strukturen. Frauen mit einer unauffälligen, physiologischen Schwangerschaft sollen dort kontinuierlich und interventionsarm von Hebammen betreut werden. Im Fokus stehen nicht‑medikamentöse Maßnahmen wie Bewegung, Wärme und Atemtechniken. Bei unerwarteten Komplikationen steht jederzeit die medizinische Infrastruktur des Perinatalzentrums zur Verfügung, ohne dass ein Wechsel des Raums oder der betreuenden Hebamme erforderlich ist.

Das Angebot richtet sich ausschließlich an gesunde Schwangere ohne relevante Risikofaktoren. Mehrlingsschwangerschaften, Beckenendlagen oder der Bedarf nach einer Periduralanästhesie schließen eine Betreuung im Hebammenkreißsaal aus und erfordern eine interdisziplinäre Versorgung.

Die Projektphase ist zunächst bis April 2027 angesetzt. Ziel der Klinik ist es, ab 2026 mindestens 200 Geburten im Rahmen des hebammengeleiteten Modells zu begleiten und den Hebammenkreißsaal bis dahin zertifizieren zu lassen. Neben einer stärkeren Selbstbestimmung der Gebärenden soll das Konzept auch die fachliche Rolle und Eigenverantwortung von Hebammen in der klinischen Geburtshilfe weiter stärken.

Weitere Infos zum Hebammenkreißsaal gibt es im Interview mit der pflegerischen Leiterin des Perinatalzentrums sowie auf der Website der Klinik.

Quelle: Die Filderklinik, 30.3.2026 · DHZ