Nach der Schließung eines Geburtsraums wegen einer Nachbarschaftsklage auf zu viel Lärm arbeitet die Stadt Trier an einer Lösung für das Geburtshaus Trier. In der kommenden Woche soll ein Termin mit den Eigentümer:innen stattfinden, bei dem besprochen werden soll, welche baulichen Möglichkeiten in dem Gebäude bestehen.

Raum wird nun zur Vorsorge genutzt

Der Geburtsraum darf seit Anfang März nicht mehr für Geburten genutzt werden. Ein Nachbar hatte sich wegen mutmaßlicher Schreie von Gebärenden belästigt gefühlt: Er klagte vor dem Verwaltungsgericht Trier gegen die von der Stadt erteilte Baugenehmigung zur Umnutzung von Studierendenwohnungen in ein Geburtshaus. Dieses hatte im Sommer 2025 eröffnet.

Vor Gericht kam es zu einer Einigung, bevor ein Urteil gesprochen wurde: Das Gericht wies darauf hin, dass bei der Erteilung der Baugenehmigung möglicherweise die Nachbarrechte nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. Daraufhin erklärte sich der Bauträger bereit, den Raum nicht mehr als Geburtsraum zu nutzen, sondern ausschließlich als Vorsorge- und Untersuchungsraum.

Geburtshaus ruft zu Spenden auf

Das Geburtshaus sieht seine Existenz nun gefährdet. Zwar gibt es in der von Hebammen geleiteten Einrichtung einen zweiten Geburtsraum, dieser ist jedoch kleiner und verfügt über keine dauerhaft installierte Badewanne. Nach der Entscheidung könne die Einrichtung deutlich weniger Gebärende versorgen, hieß es. Das Geburtshaus ruft deshalb zu Spenden auf, um den Fortbestand zu sichern und notwendige Anpassungen umzusetzen.

Das Angebot nutzen Frauen nicht nur aus Trier, sondern auch aus der Eifel, dem Saarland und Luxemburg. Die Stadt sehe den Standort als wichtige kommunale Ergänzung und wolle ihn erhalten, so Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Britta Weizenegger (CDU). Deswegen habe die Stadt damals auch 6000 € für die Ausstattung bereitgestellt. Über die aktuelle Situation sei man bestürzt.

 

Quelle: dpa, 21.3.2026 · DHZ