Thüringen unterstützt Paare mit unerfülltem Kinderwunsch finanziell bei Kinderwunschbehandlungen. Auch in diesem Jahr können entsprechende Anträge gestellt werden, wie das Sozialministerium mitteilte.
560 Förderanträge gingen im vergangenen Jahr bei der dafür zuständigen Stiftung »HandinHand« ein. 505 Anträge wurden positiv beschieden und 470 wurden mit insgesamt 265.787 Euro gefördert.
»Dank der verlässlichen Unterstützung durch den Freistaat konnte die Stiftung auch in den letzten drei Jahren den Paaren in ihren nervenaufreibenden Situationen wenigstens einen Teil ihrer finanziellen Last nehmen«, sagte Stiftungsgeschäftsführer Michael Hoffmeier. Der Bund habe seinen Anteil bei der Kinderwunschförderung ab 2023 zurückgefahren, so das Ministerium. Nun soll die Bundesförderung 2026 wieder ausgeweitet werden. Thüringen hielt an der Förderung unabhängig vom Bund fest.
Wer kann eine Förderung erhalten?
Paare in Hetero-Ehen oder in eheähnlichen Lebensgemeinschaften sowie gleichgeschlechtliche weibliche Paare können bei der Stiftung »HandinHand« eine finanzielle Unterstützung für künstliche Befruchtung beantragen. Zu den Voraussetzungen gehört, dass die Paare ihren Wohnsitz in Thüringen haben und die Behandlung in Thüringen oder einem angrenzenden Bundesland erfolgt.
Außerdem muss die Person, die die Behandlung beginnt, älter als 25 Jahre sein. Frauen dürfen aber das 42. und Männer nicht das 50. Lebensjahr vollendet haben. Bei Antragstellung darf die Kinderwunschbehandlung noch nicht begonnen haben. Der Förderumfang hängt laut Stiftung-Website von verschiedenen Faktoren ab. Dabei geht es meist um Beträge zwischen 800 und 1.800 Euro.
Warum wird gefördert?
»Neben den körperlichen Strapazen bringen diese Behandlungen immer auch eine finanzielle Belastung für die Paare mit sich«, heißt es beim Ministerium. Tatsächlich gelten künstliche Befruchtungen als kostspielig und gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür in der Regel nicht vollständig. Die Paare müssen also einen Eigenanteil aufbringen, der häufig insgesamt mehrere tausend Euro beträgt. Ein Erfolg ist dabei nicht immer garantiert.
»Kinder sind unsere Zukunft, sie bereichern unser Leben, und deshalb ist es auch eine Form der Anerkennung, Paare mit unerfülltem Kinderwunsch auf diesem Weg finanziell zu entlasten«, sagt die Gesundheitsministerin und Vorsitzende im Stiftungsrat von »HandinHand« Katharina Schenk (SPD).
Quelle: dpa, 16.1.2026 · DHZ
