Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach dringt auf eine faire Bezahlung der Hebammen: »Leider gibt es noch immer keine Einigung zwischen dem GKV-Spitzenverband und den maßgeblichen Hebammenverbänden auf Bundesebene auf Verbesserungen bei der Vergütung. Sollte sich das nicht rasch ändern, muss über andere Lösungen nachgedacht werden. Als letzter Schritt wäre auch denkbar, dass künftig wieder der Bund die Hebammen-Vergütung festsetzt.«
Die Ministerin stellte klar, dass ein solcher Schritt wohl überlegt sein müsse. Selbstverwaltung sei ein hohes Gut und wesentlicher Pfeiler des Gesundheitssystems.
»Als Bayerische Staatsregierung haben wir zwar keinen Einfluss auf Vergütungsverhandlungen, die der Bundesgesetzgeber dem GKV-Spitzenverband und den maßgeblichen Hebammenverbänden auf Bundesebene übertragen hat. Wir nehmen die Sorgen der Hebammen sehr ernst. Denn wir wollen auch weiterhin sicherstellen, dass Frauen überall in Bayern die bestmögliche Geburtshilfe bekommen. Deshalb hatten wir bereits im vergangenen Jahr einen Runden Tisch einberufen, um gemeinsam mit dem Bayerischen Hebammen Landesverband (BHLV), der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) und Vertretern der Krankenkassen zu prüfen, wie wir die Versorgung auch unter dem neuen Hebammenhilfevertrag bestmöglich aufstellen können.«
Konkret sei darüber gesprochen worden, wie die Quote der 1:1-Betreuung gesteigert werden könne. Dadurch wäre im Rahmen des Hebammenhilfevertrags eine Vergütungssteigerung möglich. »Neben der Betreuungsquote stand zudem insbesondere die Befürchtung der Hebammen im Raum, ambulante Leistungen im Notfall künftig nicht mehr abrechnen zu können. Hier könnten sogenannte Hebammenambulanzen an beziehungsweise in den Krankenhäusern eine probate Lösung darstellen.«
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, 5.2.2026 · DHZ
