Aus dem Supermarktregal sind drei Chargen der Aptamil-Babynahrung verschwunden - laut Foodwatch zu spät. Foto: © Tanya Keisha/stock.adobe.com
Aktualisierungen ∙ Danone ruft in Deutschland drei Chargen der Babynahrung »Aptamil« zurück, weil sie möglicherweise mit Cereulid verunreinigt seien. Dasselbe geschah erst Anfang Januar mit einigen Produkten der Marken »Beba« und »Alfamino« von Nestlé. Cereulid ist ein Giftstoff bakteriellen Ursprungs, der Durchfall und Erbrechen verursachen kann.
Warnung an die Eltern
Im aktuellen Fall geht es um:
- Aptamil Pronutra Pre, 1,2 kg: Mindesthaltbarkeitsdatum 19-11-2026
- Aptamil Pronutra 1 DE, 800 g: Mindesthaltbarkeitsdatum 10-11-2026
- Aptamil Profutura Pre D, 800 g: Mindesthaltbarkeitsdatum 20-04-2027
Danone schreibt: »Sollten Eltern Produkte der drei oben genannten Chargen vorrätig haben, bitten wir sie, die Produkte nicht noch weiter zu füttern, sondern die Produkte dort zurückzugeben, wo diese gekauft wurden. Der Kaufpreis wird auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Selbstverständlich erhalten sie dafür Ersatz.« Andere Produkte seien nicht betroffen.
Foodwatch kritisiert Konzerne und Behörden
Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisiert, dass das Unternehmen und die Behörden zu spät reagiert hätten, während die betroffenen Produkte zunächst »still und heimlich aus den Regalen« geräumt worden seien. In Frankreich hätten bereits acht Familien und Foodwatch selbst Klage eingereicht. Multinationale Konzerne hätten »Produkte in Umlauf gebracht, die die Gesundheit von Babys gefährden«. Auch in Deutschland hätten sich schon zahlreiche besorgte Eltern gemeldet, deren Kinder nach dem Verzehr von Flaschenmilch Verdauungsstörungen hatten.
Quellen: Danone Deutschland GmbH, 30.1.2026 · www.tagesschau.de, 31.1.2026 · DHZ
Aktualisierungen:
- In Frankreich haben acht Familien und die Organisation Foodwatch Klage eingereicht. Sie werfen den betroffenen Unternehmen und Behörden vor, zu spät reagiert zu haben (Deutsches Ärzteblatt, 29.1.2026).
- Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist in die Diskussion eingetreten. Auf Anfrage der EU-Kommission hat die Behörde eine Einschätzung zur Gefährlichkeit von Cereulid für Säuglinge abgegeben. Gestern legte die EFSA einen Richtwert vor. Laut der Behörde könnte eine Konzentration von mehr als 0,054 Mikrogramm pro Liter in Säuglingsnahrung oder mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgenahrung »zu einer Überschreitung der Sicherheitswerte führen«. Die Expert:innen empfahlen eine zulässige Tageshöchstdosis von 0,014 Mikrogramm Cereulid pro Kilogramm Körpergewicht für Säuglinge (Deutsches Ärzteblatt, 3.2.2026).
