Außer der Gelbfärbung der Haut gibt es weitere Warnzeichen, die auf eine relevante Hyperbilirubinämie hinweisen, so beispiels­weise Apathie und Trinkschwäche. Foto: © annanahabed/stock.adobe.com

Die Umstellungsprozesse nach der Geburt können bei Neugeborenen zu erhöhten Bilirubin-Werten führen. Hebammen müssen frühzeitig die Zeichen erkennen, um eine harmlose »Neugeborenen-Gelbsucht« von den Vorboten eines schwerwiegenden Kernikterus zu unterscheiden. Auch eine Gallengangatresie ist in Erwägung zu ziehen. Um diese auszuschließen, ist die Stuhlkarte im Kinderuntersuchungsheft ein einfaches Mittel.

Bilirubin ist ein Stoffwechselprodukt, das beim Abbau von Hämoglobin entsteht. Es wird über die Galle ausgeschieden, teils im Darm wieder aufgenommen, letztlich aber nach weiteren Abbauschritten im Stuhl ausgeschieden. Bilirubin wird genauso wie viele andere Substanzen in der Leberzelle zur Ausscheidung markiert (Glucuronidierung, »direktes Bilirubin«) und gelangt dann in die Gallenkanäle. Vor der Geburt erfolgt die Ausscheidung über die Plazenta. Die Glucuronidierung wird erst nach der Geburt »angeschaltet«, was etwas Zeit benötigt. Daher staut sich das auszuscheidende Bilirubin (»indirektes Bilirubin«) im Körper an. Das Neugeborene ist dann sichtbar gelb. Diese »Neugeborenen-Gelbsucht« hat also nichts mit den Infektionen zu tun, die man »Gelbsucht« nennt.

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