Die WHO arbeitet daran, die Auswahl der Verhütungsmittel für Frauen und Männer zu vergrößern. Foto: © New Africa/stock.adobe.com
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt ein breiteres Spektrum an sicheren und wirksamen Optionen, damit Menschen eine Verhütungsmethode wählen können, die ihren Bedürfnissen entspricht. Denn schätzungsweise 164 Millionen Frauen, die eine Schwangerschaft hinauszögern oder vermeiden möchten, verhüten nicht. Dies unterstreiche den dringenden Bedarf an einem besseren und erweiterten Zugang zu Verhütungsmitteln.
Mit den neuen »WHO-Leitlinien zur Erweiterung der Verhütungsoptionen« (WHO guidelines on expanding contraceptive options) möchte die WHO Länder dabei unterstützen, den Zugang zu Methoden zu verbessern, die durch wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt werden. Dies könne dazu beitragen, dass Menschen über eine größere Auswahl an Optionen verfügen und fundierte Entscheidungen darüber treffen können, ob sie verhüten wollen, welche Methode für sie geeignet ist und wann sie diese wechseln oder absetzen möchten.
Wahlfreiheit ist Geschlechtergerechtigkeit
»Die Wahlmöglichkeit ist eine Frage der Geschlechtergerechtigkeit«, sagte Pascale Allotey, Direktorin der WHO-Abteilung für sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie Gesundheit von Müttern, Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen, anlässlich des Weltverhütungstags am 26. September.
»Es gibt keine Einheitslösung für die Verhütung. Sowohl Männer als auch Frauen benötigen eine Reihe von Optionen, die dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Innovation entsprechen und dabei Aspekte wie Anwenderfreundlichkeit, Invasivität, Verhaltensanforderungen, Zuverlässigkeit und Zugänglichkeit berücksichtigen. Echte Wahlfreiheit bedeutet, die Sicherheit und Kontrolle zu haben, eine Methode auszuwählen, sie zu wechseln oder sie abzusetzen.«
Neue Methoden für Männer
Die WHO arbeitet auch daran, das Spektrum künftiger Verhütungsoptionen für Männer zu vergrößern. Denn derzeit stehen ihnen nur wenige Methoden zur Verfügung – vor allem Kondome, der Coitus interruptus und die Vasektomie. Dennoch setzten rund 30 % der Paare auf eine Methode für den Mann.
Forschungsergebnisse der WHO widerlegen aber die weitverbreitete Annahme, Männer würden neue Verhütungsmittel nicht nutzen. Mehr als 75 % der befragten Paare gaben an, sie wären bereit, ein neues Verhütungsmittel für Männer zu verwenden. Über 85 % der Frauen erklärten, sie würden ihren Partnern zutrauen, die Verantwortung für die Verhütung zu übernehmen. Um diese Nachfrage in neue Produkte umzusetzen, hat die WHO ihr erstes »Ziel-Produktprofil« (Target Product Profile) für männliche Verhütungsmethoden entwickelt. Darin werden die Eigenschaften festgelegt, die künftige Methoden aufweisen sollten – darunter Sicherheit, Wirksamkeit, Akzeptanz und Erschwinglichkeit.
Derzeit werde an verschiedenen hormonellen und nicht-hormonellen Methoden für Männer geforscht. Neue, reversible Verhütungsmittel für Männer könnten laut WHO innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre auf den Markt kommen.
Quelle: WHO, 23.9.2026 · DHZ
