Foto: © Victoria/stock.adobe.com

Der «neue Vater«, der sich um seine Kinder kümmert, ist in den Medien häufig anzutreffen. In Wirklichkeit scheint es mit der gleichberechtigten Rollenaufteilung nicht zu klappen – Frauen übernehmen nach wie vor den Löwenanteil bei Kindererziehung und Haushalt. Was bringt ein Vater aus evolutionsbiologischer Sicht mit, was fordern Gesellschaft und Wirtschaft?

Zumindest für das Tierreich sieht das Klischee ja so aus: Die Väter profilieren sich bei der Zeugung, die Mutter dagegen bei der Pflege des Nachwuchses. Ganz grob trifft dieses Klischee auch zu. Allerdings eben nicht immer. Bei etwa 10 % der Vogel-Arten und bei immerhin 3 % der Säugetiere spielen auch die Väter eine direkte, mit-versorgende Rolle bei der Aufzucht des Nachwuchses (Renz-Polster, 2022). Bei ein paar wenigen Tierarten, wie etwa bei den Marmosett-Affen, sind die Väter in der direkten Pflege sogar führend. Bei vielen Arten, in denen Väter bei der Aufzucht mitmachen, sind zusätzlich noch andere Gruppenmitglieder in die Versorgung der Kleinen eingespannt, etwa bei den Wölfen oder bei den Elefanten – nur durch ein solches Gemeinschaftswerk kann bei diesen Arten der Nachwuchs alles bekommen, was er für seine Entwicklung benötigt. Diese Gruppe der »kooperativen Brüter« wird vom Menschen angeführt – sein Nachwuchs ist stärker auf Mit-Verpfleger:innen angewiesen als der jeder anderen Art.

Jetzt weiterlesen mit DHZ+

dhz-badge 1,- Euro für 4 Wochen

  • freier Zugriff auf alle DHZ+-Artikel auf staudeverlag.de/dhz
  • inkl. aller ePaper-Ausgaben der DHZ und der Elterninfos
  • Zugriff auf das DHZ-Archiv auf dhz.de
  • jederzeit kündbar