Upcycling: Eine Hebamme nutzt einen übrig gebliebenen Tupfer für ein Fußabdruck-Bild eines Neugeborenen. Foto: © Universitätsmedizin Halle

Für ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit hat die Universitätsklinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin der Universitätsmedizin Halle ein Umweltmanagement-Zertifikat erhalten. Die Zertifizierung nach DIN EN ISO 14001 zeichnet Einrichtungen aus, die nachhaltige Prozesse im Arbeitsalltag etablieren. In Halle (an der Saale) wurden dafür mehrere Projekte in der Geburtshilfe umgesetzt.

Die Geburtshilfe sehe sich gegenüber künftigen Generationen in der Verantwortung, Nachhaltigkeit in den Versorgungsalltag zu integrieren, so Dr. Marcus Riemer, Leitender Oberarzt.

Gesammelte Plazenta-Entsorgung spart Ressourcen

Ein Projekt betrifft den Umgang mit der Plazenta. Sie fällt nach der Geburt an und gilt als organischer Sonderabfall. Üblicherweise erfolgt die Entsorgung in kurzen Intervallen, was mit entsprechendem Ressourcenaufwand und -verschwendung verbunden ist. Nun werden die Plazenten gekühlt gelagert und gesammelt nach einer Woche entsorgt. Dies sei hygienisch völlig unbedenklich und spare etwa 300 kg Material jährlich.

Videosprechstunde und Upcycling

Standardisierte Tupferpackungen enthalten drei Tupfer, von denen meist nur zwei benötigt werden. Der verbleibende Tupfer kann nach dem Öffnen nicht mehr steril verwendet werden. In der Praxis wird er jetzt weiterverwendet, etwa für Fußabdrücke von Neugeborenen.

Auch die Hebammenvideosprechstunde trägt dazu bei, indem sie Belastung und Wege für Schwangere reduziert. Ergänzend werden Energie- und Ressourcenverbräuche im Klinikalltag berücksichtigt.

Initiiert werden die Maßnahmen von einer Arbeitsgruppe »Nachhaltigkeit« aus Pflegefachpersonen, Hebammen und Ärzt:innen. Im Fokus stehen weiterhin Patient:innensicherheit, Hygiene und Versorgungsqualität.

 

Quelle: Universitätsmedizin Halle, 29.4.2026 · DHZ

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