Luftverschmutzung während der Schwangerschaft könnte die neurologische Entwicklung von Kindern langfristig beeinträchtigen. Eine aktuelle Studie liefert Hinweise darauf, dass insbesondere frühe Phasen der Schwangerschaft empfindlich gegenüber Schadstoffbelastungen sind.
Demnach war eine erhöhte Exposition gegenüber Feinstaub (PM2.5 und PM10) sowie Stickstoffdioxid (NO₂) im ersten Schwangerschaftsdrittel mit schlechteren Sprachleistungen im Alter von 18 Monaten assoziiert. Die durchschnittlichen Werte für Kognition und Sprache lagen bei Kindern mit der höchsten Belastung um 5 bis 7 Punkte niedriger als bei Kindern mit der geringsten Exposition – auch nach Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren wie Frühgeburtlichkeit, Geburtsgewicht oder sozialer Benachteiligung.
Nach Einschätzung der Forschenden um Alexandra F. Bonthrone vom King’s College London könnten frühe Entwicklungsphasen für die spätere Sprachentwicklung besonders relevant sein.
Weitere Analysen zeigten, dass Frühgeborene bei erhöhter Schadstoffbelastung während der gesamten Schwangerschaft schlechtere motorische Fähigkeiten aufwiesen. Dies spreche dafür, dass vulnerable Kinder besonders betroffen sein könnten.
Kausalität bleibt offen
Für Roy Harrison von der Universität Birmingham sind die Ergebnisse plausibel: »Es ist bereits bekannt, dass Luftverschmutzung mit Frühgeburten und niedrigem Geburtsgewicht sowie mit kognitiven Beeinträchtigungen in anderen Altersgruppen in Zusammenhang steht«, sagte er dem britischen Science Media Center (SMC).
Kevin McConway von der Open University betont zudem: »Frühere Studien stimmten nicht alle darin überein, welche Zeiträume während der Schwangerschaft besonders kritisch waren, in denen Luftverschmutzung mit der Entwicklung des Kindes zusammenhing. Ein wichtiger Aspekt der neuen Ergebnisse ist, dass sie diese Frage nach dem entscheidenden Zeitpunkt weiter aufklären.«
Allerdings lasse die Studie keine Aussagen über einen kausalen Zusammenhang zu. Zudem basierten die Angaben zur Luftverschmutzung auf Modellrechnungen anhand der Wohnadresse der Mutter und nicht auf direkten Messungen der individuellen Belastung.
Daten von knapp 500 Kindern
Für die Studie analysierte das Team Daten von 498 Kindern aus dem »Developing Human Connectome Project«, darunter 125 Frühgeborene. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen der pränatalen Belastung durch PM2.5, PM10 und NO₂ sowie der späteren kognitiven, sprachlichen und motorischen Entwicklung.
Die Entwicklung der Kinder wurde im Alter zwischen 17 und 34 Monaten mithilfe der »Bayley Scales of Infant and Toddler Development« erfasst.
Quelle: Hawley, J. A., Lundby, C., Cotter, J. D., & Burke, L. M. (2018). Maximizing cellular adaptation to endurance exercise in skeletal muscle. The Journal of Physiology, 596(17), 3765–3783. https://doi.org/10.1113/JP290327
