Der Landesverband der Hebammen NRW bezog Position. Fotos: © Alessandra M Scheede

»Wer bei Hebammenhilfe spart, zahlt doppelt!« lautete das Motto, unter dem sich Hebammen am 10. Juni in Hannover zusammenfanden, um gegen das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BeStabG) zu demonstrieren. Vor den Türen der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) versammelten sich Vorsitzende aus allen 16 Hebammen-Landesverbänden sowie das DHV-Präsidium und fanden deutliche Worte.

Betreuungsschlüssel sichern

Hilke Schauland, Vorsitzende des Hebammenverbands Niedersachsen, bangte in ihrer Ansprache um den Betreuungsschlüssel unter der Geburt und machte auf die Gefahren aufmerksam, die Gebärende treffen, wenn Hebammen sich zwischen mehreren Geburten aufteilen müssen. »Wir wissen, dass eine Eins-zu-eins-Betreuung Interventionen vermeiden kann, und trotzdem finanzieren wir Interventionen – und nicht ihre Vermeidung. Das ist ungefähr so, als würden wir die Feuerwehr erst dann bezahlen, wenn es brennt«, verdeutlicht Michelle Rupp vom Landesverband Nordrhein-Westfalen.

Minister äußerten sich

Auch Minister waren bei der Kundgebung vertreten, um ihre Standpunkte in die Diskussion einzubringen. Dr. Andreas Philippi (SPD), niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung fand unterstützende Worte: »Hebammen arbeiten mit einer Relevanz, die von Mitbürger:innen gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Sie verdienen die Unterstützung der Politik.« Oliver Hildenbrand (Die Grünen), Minister für Soziales, Arbeit und Gesundheit in Baden-Württemberg ergänzte: »Es ist immer wichtig, dass Politik sich mit der Realität der Praxis konfrontiert«.

Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hingegen sagte deutlich: »Nach 21 Jahren ohne Spargesetze kommen wir daran nicht mehr vorbei«. »Gesundheit vor Gewinn – das macht Sinn!« entgegneten die Demonstrierenden im Chor.

Klare Forderungen

Die Situation ist angespannt. Die geplanten Sparmaßnahmen dominieren derzeit die Diskussionen im Gesundheitswesen. Sie bedrohen die berufliche Existenz vieler Hebammen, provozieren Krankenhausschließungen und bringen Gebärende damit in große Not. Ursula Jahn-Zöhrens aus dem Präsidium des DHV stellt klar: »Wir tragen die Verantwortung für mindestens zwei Menschenleben in einer Ausnahmesituation. Wir wollen die Anerkennung unserer Leistung und der Verantwortung, die wir tragen. Dies muss sich auch im Vergütungsvertrag mit den Krankenkassen widerspiegeln!«

Der Deutsche Hebammenverband fordert, alle Gesundheitsberufe zu stärken und damit Kosten zu sparen, das Pflegebudget vollständig zu erhalten, die starre Deckelung der Vergütung für Freiberufliche Hebammen streichen und den Bundesanteil an der GKV-Finanzierung ehrlich und dauerhaft zu erhöhen.

Quelle: Alessandra M Scheede, 10.6.2026 /DHZ

 

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Hilke Schauland, Vorsitzende des Hebammen-Landesverbandes Niedersachsen mit Andreas Philippi (SPD), niedersächsischer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung
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