Stillende Mütter wollen sich in der Öffentlichkeit nicht länger verstecken. Sie wehren sich gegen böse Kommentare oder gar Verbote. Foto: © davide bonaldo/stock.adobe.com

Stillen in der Öffentlichkeit sollte selbstverständlich sein – darauf wollen Frauen mit der Kampagne #ichstillwoichwill aufmerksam machen. In sozialen Medien posten Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland Fotos, die sie beim Stillen an öffentlichen Orten zeigen. In Berlin ließen sich dafür nach Angaben der Initiatorin Katharina Kokott rund 120 Frauen in der U-Bahn, in Museen, Bibliotheken oder im Supermarkt beim Stillen fotografieren.

Protest im Einkaufszentrum

Auslöser für die Aktion war ein Vorfall in einem Saarbrücker Einkaufszentrum: Eine Mutter stillte dort ihr Baby, doch der Sicherheitsdienst bat sie darum, das zu unterlassen, wie mehrere Medien berichteten. Den Berichten zufolge entschuldigte sich der Betreiber später schriftlich bei der Frau. Aus Protest ließ sich wenige Tage später eine Gruppe Mütter in demselben Einkaufszentrum beim öffentlichen Stillen fotografieren. Jetzt ziehen Frauen in München, Berlin und anderen Städten nach.

Aufklärung tut Not

»Stillen ist etwas komplett Natürliches«, sagt Kokott, selbst stillende Mutter von zwei Kindern und Gründerin des Mama Netzwerkes Berlin. Trotzdem fühlten sich viele Mütter beim Stillen in der Öffentlichkeit zwangsläufig unwohl. Sie selbst habe ihren älteren Sohn deshalb irgendwann nur noch zu Hause gestillt. Mal gebe es irritierte, mal lüsterne Blicke, manchmal auch einen bösen Kommentar.

Mütter vernetzen sich

Die Mütter wollen sich davon nicht unterkriegen lassen. Es gehe nicht darum zu provozieren, sondern aufzuklären und Normalität zu schaffen, sagt Kokott. Die Aktion helfe aber auch dabei, ein Netzwerk unter Frauen zu bilden, sich gegenseitig zu stärken. Weitere Aktionen sind geplant.

Quelle: dpa, 8.7.2026 · DHZ

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