BU: Ohne Glukoselösung scheint die Venenpunktion weniger schmerzhaft als die Blutentnahme an der Ferse zu sein. Foto: © iStock.com/Kemal Yildirim
Eine Blutentnahme des Neugeborenen findet häufig bereits während der ersten Lebenstage statt und kann für ein Neugeborenes eine relevante Schmerzbelastung bedeuten. Daraus ergibt sich die Frage: Welche Form der Blutentnahme ist für reifgeborene Säuglinge die schmerzärmste Variante? Hierzu wurden kürzlich Ergebnisse eines aktuellen Cochrane-Reviews veröffentlicht.
Eingeschlossen wurden acht quasi-randomisierte Studien aus sechs Ländern mit Daten zu 826 reif geborenen Neugeborenen, die bis Juli 2025 publiziert wurden. Bewertet wurden validierte Schmerzskalen wie das Neonatal Infant Pain Profile oder der Neonatal Infant Pain Score. Unterschieden wurde, ob die Neugeborenen eine Glukoselösung vor der Punktion erhielten oder nicht.
Hilft Glukose?
Erhielten Neugeborene vor der Blutentnahme keine Glukoselösung, zeigten diese bei einer Punktion der Vene im Vergleich zum Fersenstich geringere Schmerzwerte (SMD -1,34, 95%; KI -1,55 bis -1,14, 6 Studien, 488 Neugeborene). Die Evidenz wurde moderat sicher eingestuft. Die Wahrscheinlichkeit mehrerer erforderlicher Hautpunktionen war nach einer Venenpunktion 37 % geringer als nach einem Fersenstich (RR0,63, 95%; KI 0,40-0,97, 6 Studien, 397 Neugeborene).
Wurde Neugeborenen vor der Blutentnahme eine Glukoselösung gegeben, zeigten sich ebenfalls bessere Werte nach einer Venenpunktion, jedoch basierend auf niedrig bewerteter Evidenz: Drei Studien mit 170 Neugeborenen zeigten geringere Schmerzwerte nach einer Venenpunktion im Vergleich zum Fersenstich auf (SMD -0,38, 95% KI -0,69 bis -0,07). Zur Anzahl notwendiger Punktionen war keine verlässliche Aussage möglich.
Insgesamt zeigten alle acht eingeschlossenen Studien ein hohes risk of bias, insbesondere in Bezug auf die Verblindung und den Randomisierungsprozess.
Für die Praxis
Die Ergebnisse geben Hinweise darauf, die Venenpunktion bei reifen Neugeborenen stärker unter dem Aspekt der Schmerzvermeidung zu betrachten. Insbesondere ohne Gabe einer Glukoselösung scheint der Schmerz für das Neugeborene bei einer Punktion der Vene geringer und die Wahrscheinlichkeit mehrfacher Punktionen reduziert zu sein. Jedoch fehlen groß angelegte und methodisch hochwertige Studien, die den Aspekt der Schmerzreduktion nach Gabe einer Glukoselösung umfassend und methodisch hochwertig untersuchen. Weitere Forschung wäre wünschenswert.
Quelle : Martins, G., Fiander, M., Taddio, A., & Shah, V. S. (2026). Venepuncture versus heel lance for blood sampling in term neonates. Cochrane Database of Systematic Reviews (7). https://doi.org/10.1002/14651858.CD001452.pub5 ∙ Beate Ramsayer/DHZ
