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Frauen und Kinder bleiben in Sachsen-Anhalt zunehmend länger in Frauenschutzhäusern, bevor sie in eine eigene Wohnung ziehen können. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg 2025 auf 69 Tage nach 67 Tagen im Vorjahr. Als Grund nennen die Einrichtungen vor allem den angespannten Wohnungsmarkt sowie Hürden bei Behördenverfahren.

2025 nahmen die 19 Frauenschutzhäuser im Land 496 Frauen und 455 Kinder auf. Die Auslastung stieg leicht auf 78 Prozent. Aktuell stehen 118 Schutzplätze zur Verfügung.

Sarah Schulze, Landesbeauftragte für Frauen- und Gleichstellungspolitik, betonte, dass Frauenhäuser wichtige Schutzräume seien. Zugleich brauche es einen besseren Zugang zu sicherem Wohnraum und passgenauere Angebote für unterschiedliche Bedarfe, etwa für Frauen mit älteren Söhnen, Trans-Frauen oder Frauen mit Suchterkrankungen.

Trotz des Ausbaus der Schutzangebote endeten 2025 rund 900 Anfragen ohne Aufnahme der betroffenen Person in ein Frauenschutzhause. Nach Angaben des Landesamts waren in rund 550 Fällen fehlende Platzkapazitäten dafür verantwortlich. Die Zahl lasse jedoch keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Anzahl abgewiesener Frauen zu, da Ratsuchende häufig mehrere Einrichtungen kontaktieren und dadurch mehrfach in der Statistik erfasst werden können.

Quelle: dpa, 24.8.2026 · DHZ