Der Hebammenverband Schleswig-Holstein hat angesichts der Krankenhausreform vor weiteren Schließungen von Kreißsälen gewarnt. Nach Angaben des Verbandes wurden in den vergangenen zehn Jahren fast ein Dutzend Kreißsäle im Land geschlossen.
Bei der Landesdelegiertentagung in Flensburg forderte die Verbandsvorsitzende Anke Bertram eine stärkere politische Unterstützung der Geburtshilfe. Hebammenversorgung sei keine freiwillige Zusatzleistung, sondern ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung und Prävention.
Bertram kritisierte zudem die Arbeitsbedingungen im Hebammenberuf. Wenn erfahrene Hebammen den Beruf verließen, weil die Rahmenbedingungen sie belasteten oder professionelles Arbeiten erschwerten, sei dies nicht allein ein individuelles, sondern ein politisches Problem.
Der Verband appellierte, die wirtschaftlichen Herausforderungen der Kliniken nicht zulasten der geburtshilflichen Versorgung zu lösen. Weitere Kreißsaalschließungen dürften nicht hingenommen werden.
Quelle: dpa, 29.9.2026 · DHZ
