Millionen benutzte Windeln sollen in Kopenhagen wiederverwertet werden. Foto: © Fevziie/stock.adobe.com

Kopenhagen nimmt sich einen besonders stinkenden Müllberg vor: Künftig sollen die Menschen in der dänischen Hauptstadt benutzte Windeln in eigene Abfalltonnen sortieren. Denn diese sollen mitsamt Inhalt wiederverwertet werden.

Von dem Recycling verspricht sich die Stadt Vorteile für das Klima. Denn bislang würden in Kopenhagen jedes Jahr 50 Millionen Windeln einfach verbrannt, hieß es in einer Mitteilung.

Plastik, Biogas und Bindemittel wiederverwerten

5.000 Tonnen Abfall sollen auf diese Weise spätestens ab 2029 eingespart werden. Dabei helfen soll eine neue Anlage zur Aufbereitung und Wiederverwertung der Windeln. Bis zu 94 % der Windelabfälle können dabei laut der Stadt weiterverarbeitet werden.

Das recycelte Plastik der Windeln könne für viele neue Plastikprodukte benutzt werden, hieß es. Zellulose und Baby-Kacke könnten zur Herstellung von Biogas, Strom oder Fernwärme dienen. Die superabsorbierenden Polymere – spezielle Stoffe, die besonders viel Flüssigkeit aufnehmen können – würden zu einem Bindemittel verarbeitet, das in der Bauindustrie eingesetzt werden könne. »Außerdem enthält eine benutzte Windel bis zu 60 % Flüssigkeit, die behandelt wird, sodass damit Müllautos gewaschen werden können«, heißt es in einem Erklärvideo.

Kitas machen den Anfang

Die Stadt stellt die Mülltonnen ab sofort an Kitas und Mehrfamilienhäusern auf, in denen mindestens sechs Kinder im Alter von bis zu vier Jahren leben. Ab dem kommenden Jahr sollen auch öffentliche Pflegeheime und Seniorenwohnungen Windel-Abfälle sortieren können. Jede Woche sollen die Tonnen abgeholt werden.

Quelle: dpa, 20.10.2026 · DHZ