Vacuum delivery extraction pump, to assist delivery of a baby using a vacuum device. Product photos.

Foto: © Tamas/stock.adobe.com

Die vaginal-operative Geburt kann eine rasche Geburt ermöglichen und eine Sectio vermeiden. Sicher ist sie nur, wenn Indikation, Position und Haltung des Kopfes geklärt sind, das Instrument beherrscht wird und eine Abbruchstrategie besteht. Welche Warnzeichen verlangen sofortiges Handeln und welchen Platz können neue Instrumente einnehmen?

Die vaginal-operative Geburt erfordert zeitkritische Entscheidungen (Bahl et al., 2024). In Deutschland lag ihr Anteil 2020 bei 7,05 %; 95,8 % erfolgten mit Vakuum und nur 4,2 % mit Forceps (Jakubowski et al., 2025). Diese Asymmetrie prägt die Ausbildungsrealität: Erfahrung mit der Saugglocke ist vergleichsweise groß, Forceps-Kompetenz konzentriert sich auf wenige Geburtshelfer:innen und Zentren.

Die Alternative ist nicht automatisch risikoärmer. Auch eine Sectio in der späten Austrittsperiode trägt eigene Risiken. Verglichen werden müssen daher Vakuum, Forceps und sekundäre Sectio in derselben klinischen Situation. Beobachtungsdaten bleiben durch Indikation und Dringlichkeit verzerrbar; sie orientieren, entscheiden aber nicht den Einzelfall (Cabrera-Dandy et al., 2026; Ubom et al., 2025).

OdonAssist in der Praxis: In diesem Video demonstriert Prof. Dr. Holger Maul die Anwendung des OdonAssist-Systems Schritt für Schritt. Das neue Instrument soll die vaginal-operative Geburt unterstützen und wird international derzeit wissenschaftlich untersucht. Mehr zu Einsatzgebieten, Studienlage sowie zur Einordnung im Vergleich zu Saugglocke und Forceps lesen Sie im Fachbeitrag von Holger Maul.

Die Entscheidung fällt vor dem ersten Zug

Typische Indikationen sind ein Geburtsstillstand oder eine protrahierte Austrittsperiode, ein rasch zu beendender Geburtsverlauf bei fetaler Gefährdung sowie maternale Erschöpfung oder die medizinisch begründete Verkürzung der aktiven Austrittsphase.

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