Kürzungen internationaler Gesundheitsprogramme verschärfen weltweit die Versorgungslage für Schwangere sowie Mütter und Kinder. Foto: © Biran Otieno/DSW

Erstmals seit 20 Jahren steigt weltweit die Sterblichkeit von Schwangeren sowie von Müttern und ihren Kindern wieder an. Darauf macht die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) aufmerksam. Zuvor war die Sterberate in diesem Zeitraum um fast 50 % gesunken – ein zentraler Erfolg globaler Gesundheitsprogramme, der nun gefährdet ist.

Als Hauptursache nennt die DSW den massiven Wegfall internationaler Finanzmittel. Insbesondere die Auflösung der US‑Entwicklungsbehörde USAID und die drastische Kürzung ihres Budgets haben die gesundheitliche Versorgung in vielen Ländern erheblich beeinträchtigt. Die USA hatten 2024 noch rund 14 Milliarden US‑Dollar für Entwicklungszusammenarbeit bereitgestellt, nach der Schließung von USAID wurde das Budget auf 3,5 Milliarden US‑Dollar reduziert. Zuvor war die Behörde in 25 Ländern aktiv, in denen ein Großteil der weltweiten Sterblichkeit von Müttern sowie von Kindern unter fünf Jahren verzeichnet wird, und finanzierte etwa die Hälfte der externen Mittel für deren gesundheitliche Versorgung. Zusätzlich haben mehrere europäische Geberländer, darunter auch Deutschland, ihre Entwicklungshilfeetats gekürzt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor der Schließung von Gesundheitseinrichtungen, dem Abbau von Fachpersonal und einer deutlichen Verschlechterung der Versorgung – mit besonders gravierenden Folgen für Schwangere sowie ihre Begleitung vor, während und nach der Geburt. Weltweit stirbt laut WHO weiterhin etwa jede zweite Minute eine Frau während oder nach Schwangerschaft und Geburt. Die DSW fordert vor diesem Hintergrund ein entschlossenes politisches Gegensteuern und stärkere Investitionen in die globale Gesundheit.

 

Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, 8.5.2026 · DHZ