In den vergangenen Jahren führten immer mehr Kommunen in Baden-Württemberg das Angebot kostenloser Menstruationsprodukte in öffentlichen Einrichtungen ein. Je nach Kommune sind die Spenderautomaten in Schulen, Jugendhäusern, Rathäusern, Bibliotheken oder auf öffentlichen Toiletten zu finden.

Ziel ist es, den Zugang zu Menstruationsprodukten zu erleichtern, Chancengleichheit zu fördern und die Menstruation stärker zu enttabuisieren. Nach Angaben des Sozialministeriums könnten so die gesundheitliche Versorgung, gesellschaftliche Teilhabe sowie gleiche Bildungs- und Arbeitschancen gestärkt werden – insbesondere bei Menschen mit geringem Einkommen.

Nach Angaben der Kommunen wird das Angebot überwiegend gut angenommen. Aus Tübingen wird berichtet, dass die Produkte verantwortungsvoll genutzt werden und bislang weder Vandalismus noch nennenswerter Missbrauch bekannt geworden seien.

Die Ausgaben für die Programme unterscheiden sich jedoch deutlich. Während Freiburg für die Versorgung von Schulen, Sporthallen und öffentlichen Toiletten mit Ausgaben im unteren sechsstelligen Bereich rechnet, gibt Heidelberg rund 38.000 € pro Jahr aus.

Wie dauerhaft die Angebote bestehen können, ist angesichts der angespannten kommunalen Haushaltslage allerdings offen. Da es sich überwiegend um freiwillige Leistungen handelt, stehen sie vielerorts unter Finanzierungsvorbehalt. Einzelne Kommunen prüfen bereits, ob die Angebote fortgeführt werden können oder Einrichtungen die Kosten künftig selbst tragen müssen.
Quelle: dpa, 29.6.2026 · DHZ