In Sachsen mussten im vergangenen Jahr mindestens 306 Frauen wegen fehlender Kapazitäten in Frauenhäusern abgewiesen werden. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der Abgeordneten Juliane Nagel (Linke) im Landtag hervor. Trotz eines Anstiegs der Familienschutzplätze von 168 auf 180 liegt das Angebot weiterhin deutlich unter den Anforderungen der Istanbul‑Konvention, die für Sachsen 404 Plätze vorsieht.
Nagel kritisiert, dass der Schutz von Frauen und Kindern vor häuslicher und sexualisierter Gewalt weiterhin nicht ausreichend gewährleistet sei. Zwar wurden zusätzliche Schutzplätze geschaffen, der Bedarf übersteige die vorhandenen Kapazitäten jedoch deutlich.
Mit Blick auf das Gewalthilfegesetz des Bundes fordert die Opposition einen schnelleren Ausbau von Schutzplätzen, barrierefreien Angeboten sowie spezifischen Hilfen für Minderjährige und queere Betroffene.
Quelle: dpa, 14.8.2026 · DHZ
