Die WHO will Prävention und Versorgung bei hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen weltweit verbessern. Foto: © iStock.com / da-kuk

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine globale Roadmap zur Prävention und Behandlung hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen für die Jahre 2026–2035 veröffentlicht. Nach Angaben der WHO treten diese Erkrankungen bei 10–15 % aller Schwangerschaften auf, Präeklampsien bei 3–5 %. Weltweit gehen rund 16 % der mütterlichen Todesfälle auf hypertensive Schwangerschaftserkrankungen zurück.

Neben akuten Komplikationen wie Schlaganfällen, Lungenödemen, Herzinsuffizienz sowie akuten Nieren- und Leberschädigungen können hypertensive Schwangerschaftserkrankungen auch erhebliche Folgen für die Kinder haben. Sie gehen unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Wachstumsrestriktionen, Frühgeburtlichkeit, niedriges Geburtsgewicht und Totgeburten einher. Darüber hinaus verweist die WHO auf mögliche Langzeitfolgen für die mütterliche Gesundheit: Betroffene Frauen haben ein erhöhtes Risiko für spätere Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen.

Mit der Roadmap möchte die WHO die internationale Zusammenarbeit in fünf zentralen Handlungsfeldern stärken: Forschung und Innovation, Leitlinien und Standards, Zugang zu Arzneimitteln und Medizinprodukten, Umsetzung in der Gesundheitsversorgung sowie politische Unterstützung und Rechenschaftspflicht. Handlungsbedarf sieht die Organisation insbesondere bei der Entwicklung neuer Präventions- und Behandlungsansätze. Um Forschungslücken zu schließen, wurden gemeinsam mit mehr als 140 Partnerorganisationen 20 vorrangige Fragestellungen für künftige Investitionen definiert. Zudem sollen internationale Behandlungsempfehlungen harmonisiert werden. Globale Leitlinien werden für Ende 2027 erwartet.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt · DHZ, 8.10.2026