Angesichts drohender weiterer Schließungen von Geburtsstationen in Sachsen fordern CDU, SPD, Grüne und Linke eine landesweite Strategie zur Sicherung der Geburtshilfe. Hintergrund sind unter anderem die geplante Schließung der Geburtsstation in Kamenz sowie das mögliche Aus für den Kreißsaal in Zschopau.
Ein gemeinsamer Antrag der vier Fraktionen sieht vor, noch in diesem Jahr eine Arbeitsgruppe einzusetzen. Sie soll bis Ende 2027 Vorschläge für die künftige Ausgestaltung der geburtshilflichen Versorgung im Freistaat erarbeiten. Ziel ist es, Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen und bestehende Strukturen zu stabilisieren.
Die Fraktionen betonen die Bedeutung einer wohnortnahen Geburtshilfe und einer kontinuierlichen Hebammenbetreuung von der Schwangerschaft bis ins Wochenbett. Zudem müssten die Arbeitsbedingungen von Hebammen verbessert sowie Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung und -bindung ausgebaut werden.
Nach Angaben der Antragsteller ist die Zahl der Krankenhäuser mit Geburtsstationen in Sachsen seit 1991 von 54 auf 34 gesunken. Der Antrag soll am 5. November im Landtag beraten werden.
Quelle: dpa, 28.10.2026 · DHZ
