Mit dem Projekt »Sunshine« will der Bremer Verein Lundu weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) und Zwangsverheiratungen verhindern. Die Initiative richtet sich an Familien in Herkunftsländern, in denen die Praktik weiterhin verbreitet ist.
Gegründet wurde der Verein von Binta Bah, die als Jugendliche aus Gambia nach Deutschland floh, um einer drohenden Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung zu entgehen. Im Rahmen des spendenfinanzierten Projekts schließen Familien eine Vereinbarung ab, ihre Töchter bis zur Volljährigkeit weder beschneiden noch verheiraten zu lassen. Im Gegenzug erhalten sie Unterstützung, etwa für Schulgeld oder Schulmaterialien.
Bah sieht in Bildungsangeboten und finanzieller Unterstützung einen wichtigen Ansatz, um familiären und gesellschaftlichen Druck zu reduzieren. Gleichzeitig fordert sie mehr Aufklärung und Präventionsarbeit auch in Deutschland. Nach Schätzungen von Terre des Femmes waren 2024 in Niedersachsen und Bremen mehr als 10.000 Frauen und Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen.
Quelle: dpa, 16.10.2026 · DHZ